Kette roter Sanddünen mit scharfen Graten im Morgenlicht

Übersicht

Die Dünen von Sossusvlei

Sechzig Kilometer Teerstraße, links und rechts rote Wände aus Sand, und alle paar Kilometer ein Schild mit einer Zahl darauf.

Kurz nach sechs ist die Luft noch kalt genug für eine Jacke. Der Motor summt, sonst passiert nichts. Rechts steigt eine Dünenflanke auf, die Kante zwischen Licht und Schatten wandert mit dem Auto mit, und dann taucht am Straßenrand ein Schild auf: 45. Ein paar Autos parken schon im Sand daneben, oben auf dem Grat gehen winzige Gestalten hintereinander her. Fast alle berühmten Dünen der Gegend liegen an dieser einen Straße.

Zwei Gruppen also. Die Dünen an der Straße stehen direkt am Asphalt, die Elim-Düne fünf Kilometer hinter dem Sesriem-Tor und Düne 45 bei Kilometer 45. Die Dünen an der Pfanne liegen ganz am Ende, Big Daddy und Big Mama über dem Deadvlei. Bis zum 2x4-Parkplatz sind es rund 60 Kilometer Teer, danach kommen fünf Kilometer tiefer Sand, für die du einen echten Allradwagen brauchst oder den Shuttle nimmst.

Teerstraße ab Sesriem-Tor
rund 60 kmdanach fünf Kilometer tiefer Sand
Höchste Düne
325 bis 380 mBig Daddy, je nach Quelle
Dünentyp der Gegend
SterndünenWind aus drei oder mehr Richtungen
Dünen mit eigenem Namen
vierElim, 45, Big Daddy, Big Mama

Warum die Dünen hier stehen bleiben

Näher an der Küste wandern die Dünen. Dort weht der Wind aus einer Richtung, es entstehen Sicheldünen, und die ziehen mit ihm nach Norden. Weiter im Landesinneren treffen zwei Windrichtungen aufeinander, daraus werden lange Längsdünen.

Bei Sossusvlei kommt der Wind aus drei oder mehr Richtungen. Dann gewinnt keine Seite. Der Sand wird von überall gegen denselben Berg getragen, die Düne bildet mehrere Arme, die von einem zentralen Gipfel abgehen, und statt zu wandern wächst sie nach oben. Sterndünen sind der höchste Dünentyp und gelten als besonders ortsfest. Manche kommen über 300 Meter. Woher der Sand stammt und wie alt diese Wüste ist, steht auf der Seite zur Entstehung der Namib.

Welche Düne für wen

Wenig Zeit, spät durchs Tor, kein Allradwagen: Elim-Düne. Fünf Kilometer, rund 100 Meter hoch, und weil das äußere Tor bei Sesriem erst zu Sonnenaufgang öffnet, ist sie die einzige Düne, die du danach noch im Morgenlicht erreichst. Wer außerhalb des Tors übernachtet, hat für den Sonnenaufgang praktisch nur diese eine Wahl.

Wer gar nicht steigen will, bleibt bei Düne 45 unten stehen. Das bekannte Motiv, der geschwungene Grat mit den Kameldornbäumen davor, entsteht vom Fuß der Düne aus, direkt an der Straße. Und wer doch hinauf will: 20 bis 30 Minuten, der Aufstieg gilt als leicht.

Das eine große Erlebnis heißt Big Daddy. Eineinhalb bis zwei Stunden im weichen Sand, oben der Blick über das Deadvlei und die Dünenzüge dahinter, und dann ein Abstieg über die Steilseite, der zehn Minuten dauert. Das kostet einen halben Vormittag und verlangt Kondition.

Big Mama liegt dazwischen. Über 200 Meter, nördlich von Big Daddy, dieselbe Pfanne aus einem anderen Winkel. Wie lange der Aufstieg dauert, nennt keine der greifbaren Quellen, was bei einer Düne dieser Größe merkwürdig ist. Zu beiden kommst du nur über die letzten fünf Kilometer tiefen Sand.

Was der Aufstieg verlangt

Sand gibt nach. Bei jedem Schritt rutscht der Fuß ein Stück zurück, auf der offenen Flanke deutlich mehr als oben auf dem Grat, und deshalb gehen alle den Grat. Dort hat der Wind den Sand fester gepackt. Die Kante zwischen Licht und Schatten zeigt dir den Weg, du musst ihr nur folgen.

Schatten gibt es auf keiner dieser Dünen. Kein Baum, kein Fels, nichts. Ab dem späten Vormittag heizt der Sand von unten und die Sonne von oben, dann wird jeder Aufstieg zur schlechten Idee. Zwei Liter Wasser pro Person sind das Minimum, sobald du länger als eine halbe Stunde nach oben unterwegs bist.

Menschen steigen in einer Reihe den Grat einer Düne hinauf, lange Spur im Sand
Alle gehen den Grat, weil der Sand dort fester liegt als auf der Flanke.

AchtungDas äußere Tor bei Sesriem öffnet zu Sonnenaufgang und schließt zu Sonnenuntergang. Das innere Tor zur Sossusvlei-Straße öffnet eine Stunde früher und schließt eine Stunde später, davon profitierst du nur als Gast innerhalb des Tors, also in der Sesriem Campsite, der Sossus Dune Lodge oder der Dead Valley Lodge.

Häufige Fragen

Welche Dünen bei Sossusvlei kann man besteigen?

Für Besucher sind bei Sossusvlei vor allem vier Dünen erschlossen: die Elim-Düne fünf Kilometer hinter dem Sesriem-Tor, Düne 45 bei Straßenkilometer 45 sowie Big Daddy und Big Mama am Deadvlei. Alle vier darfst du ohne Führung besteigen, der Parkeintritt deckt sie ab.

Warum haben die Dünen bei Sossusvlei Nummern?

Die Nummern der Dünen an der Straße von Sesriem nach Sossusvlei geben den Straßenkilometer an, an dem die Düne steht. Düne 45 heißt so, weil sie am 45. Kilometer dieser Straße liegt.

Warum wandern die Dünen bei Sossusvlei nicht?

Die großen Dünen bei Sossusvlei sind Sterndünen: Der Wind trifft sie aus drei oder mehr Richtungen, deshalb wachsen sie in die Höhe, statt in eine Richtung zu ziehen. Sicheldünen näher an der Küste wandern dagegen mit dem vorherrschenden Wind nach Norden.

Braucht man für die Dünen bei Sossusvlei einen Allradwagen?

Für die Elim-Düne und Düne 45 reicht jeder Mietwagen, denn die Straße ab dem Sesriem-Tor ist rund 60 Kilometer weit geteert. Erst die letzten fünf Kilometer zu Big Daddy und Big Mama am Deadvlei sind tiefer Sand und verlangen einen echten Allradwagen oder den Shuttle.

Wann sollte man auf eine Düne bei Sossusvlei steigen?

Für den Aufstieg auf die Dünen bei Sossusvlei zählt der frühe Morgen. Direkt nach Sonnenaufgang ist der Sand noch kühl, ab dem späten Vormittag wird er zu heiß, und Schatten gibt es auf keiner dieser Dünen.