Vier abgestorbene Kameldornbäume auf weißem Lehmboden im Dunst, kaum Horizont

Übersicht

Deadvlei und die anderen Vleis

Vier Pfannen liegen am Ende der Straße, und in dreien davon hat seit Jahrhunderten kein Wasser mehr gestanden.

Der erste Schritt auf die Pfanne klingt wie auf einem leeren Dachboden. Der Lehm ist steinhart und so hell, dass du blinzelst, obwohl die Sonne noch flach steht. Trockenrisse laufen in Sechsecken über die ganze Fläche, und trittst du auf eine hochgebogene Kante, knackt sie weg wie dünnes Porzellan.

Die Hitze kommt von unten zurück, noch bevor sie von oben richtig angefangen hat. Um acht Uhr steht sie dir schon in den Schuhen. Vier solche Pfannen liegen am Ende der Sossusvlei-Straße, zwei davon kennt jeder, zwei erreichst du nur zu Fuß.

Pfannen im Gebiet
vierSossusvlei, Deadvlei, Hiddenvlei, Naravlei
Boden
Ton und Kalkhart, hell, in Platten aufgerissen
Tsauchab
150 kmvom Quellgebiet bis zur Pfanne von Sossusvlei
Wasser in der Pfanne
etwa alle zehn Jahrebelegte Flutjahre 1997, 2000, 2006, 2011, 2022
Zu Fuß nach Deadvlei
gut 1 km10 bis 20 Minuten, kein Schatten

Was eine Vlei überhaupt ist

Vlei ist Afrikaans und meint eine flache Senke, in der sich Wasser sammelt, wenn welches kommt. Nach starkem Regen steht darin ein flacher See. Er verdunstet wieder, und zurück bleibt, was der Fluss mitgebracht hat: feiner Ton und Kalk, Schicht auf Schicht, über sehr lange Zeit.

Deshalb wächst in den Pfannen nichts. Der Ton verdichtet sich beim Trocknen, die Kalkschicht darunter ist so dicht, dass Wurzeln nicht hindurchkommen, und das Salz tut den Rest. Was du im Deadvlei siehst, ist kein Boden, der einmal fruchtbar war, sondern die Ablagerung eines Flusses, der nicht mehr kommt.

Am Rand, wo sich Sand und Lehm mischen, halten sich einzelne Kameldornbäume und Grasbüschel. Zwei Schritte weiter, mitten auf der Fläche: nichts.

Weite Lehmpfanne mit Trockenrissen, drei kleine abgestorbene Bäume, dahinter ein roter Dünenzug
Der Boden reißt beim Austrocknen in Platten auf. Unter dem Ton liegt eine Kalkschicht, an der die Wurzeln scheitern.

Der Tsauchab und die Frage, ob er ankommt

Der Tsauchab entspringt in den Naukluftbergen, schneidet nach rund 80 Kilometern den Sesriem Canyon ein und läuft dann in die Sandsee hinein. Nach etwa 150 Kilometern ist Schluss. Bis zum Atlantik fehlen ihm noch 52 Kilometer Luftlinie, die er nie zurücklegt: Nur auf 60 Prozent seines Einzugsgebiets fallen im Jahr mehr als 100 Millimeter Regen, den Rest holen sich Sand und Verdunstung.

In den meisten Jahren versickert er lange vor der Pfanne. Belegt sind die Flutjahre 1997, 2000, 2006, 2011 und 2022, und als Faustregel nennt eine Quelle ein Ereignis etwa alle zehn Jahre. Wie lange das Wasser dann steht, ist umstritten: Die Angaben reichen von vier Wochen bis zu 18 Monaten, je nach Quelle und vermutlich je nach Stärke der Flut.

Die Dünen haben ihm den Weg verlegt, lange bevor der erste Besucher hier stand. Wie das Sandmeer entstanden ist und warum es ausgerechnet an dieser Stelle so weit nach Osten reicht, steht bei der Entstehung der Namib.

Die vier an einem Vormittag

Der Ablauf, der funktioniert: mit der Toröffnung los, 60 Kilometer Teer bis zum 2x4-Parkplatz, dann fünf Kilometer tiefer Sand. Vom Parkplatz zuerst ins Deadvlei, weil dort in der ersten Stunde der Dünenschatten noch über der Pfanne liegt und der Lehm kühl ist. Danach ein paar Minuten mit dem Wagen zur Pfanne von Sossusvlei. Naravlei liegt gleich daneben, dafür reicht eine halbe Stunde.

Hiddenvlei passt in diesen Vormittag nicht. Rund vier Kilometer ab Sossusvlei, markiert mit weißen Pfosten, ohne Schatten. Wer dorthin will, nimmt den späten Nachmittag oder einen zweiten Tag.

Umgekehrt wird früher, als die meisten planen. Der Weg ins Deadvlei ist gut ein Kilometer über niedrige Dünen, hin also 10 bis 20 Minuten. Zurück im weichen Sand, mit Sonne von oben und Hitze von unten, dauert er länger. Ab etwa neun Uhr ist der Sand zu heiß für nackte Füße, und wer erst um zehn am Parkplatz losgeht, sieht vom Deadvlei meist den ersten Blick und dann den Rückweg.

Unser TippZieh geschlossene Schuhe an, auch wenn andere barfuß loslaufen. Der Lehm der Pfannen ist scharfkantig, und der Sand dazwischen wird ab neun Uhr zu heiß zum Stehenbleiben. Zwei Liter Wasser pro Person gehören dazu, Schatten gibt es auf keinem der vier Wege.

Häufige Fragen

Was ist ein Vlei?

Ein Vlei ist eine flache Senke, in der sich Wasser sammelt, wenn welches kommt. Am Sossusvlei besteht der Boden dieser Pfannen aus Ton und Kalk, deshalb wächst dort so gut wie nichts, und die Fläche reißt beim Austrocknen in harte Platten auf.

Wie viele Vleis gibt es am Sossusvlei?

Vier Pfannen am Ende der Sossusvlei-Straße tragen einen Namen: Sossusvlei selbst, Deadvlei, Hiddenvlei und Naravlei. Deadvlei und die Pfanne von Sossusvlei liegen nah am Parkplatz, Hiddenvlei und Naravlei siehst du nur zu Fuß und meist ohne andere Besucher.

Kann man alle Vleis an einem Vormittag sehen?

Deadvlei und die Pfanne von Sossusvlei schaffst du an einem Vormittag bequem, für Naravlei kommt eine halbe Stunde dazu. Hiddenvlei liegt rund vier Kilometer abseits und braucht einen eigenen halben Tag, am besten am späten Nachmittag.

Warum wächst in den Vleis nichts?

Der Boden der Pfannen am Sossusvlei besteht aus feinem Ton und einer dicken Kalkschicht. Wasser versickert kaum, Wurzeln kommen durch die Kalkschicht nicht hindurch, und zurück bleibt eine harte, salzige Fläche, auf der sich keine Pflanze hält.